Samstag, 21. Juli 2018

Meine Boutique

Hinter jedem noch so kleinen Unternehmen, steckt zuerst eine Idee. Das war bei mir nicht anders...

Nun ja, genäht habe ich eigentliche schon immer. Nach der Schulzeit absolvierte ich eine Lehre als Textilverkäuferin in einem Geschäft, wo auch "Stoff am Meter" verkauft wurde. Ich merkte schnell, dass mir dieser Teil der Lehre am Meisten Freude bereitete. Kunden beraten, gemeinsam ein Schnittmuster und der passende Stoff dafür auswählen. Zudem war ich für meine eigenen Nähprojekte am richtigen Ort. Nach der Lehrabschlussprüfung wollte ich unbedingt eine Stelle in einem Stoffladen. Solche offenen Stellen waren allerdings sehr rar. In Bern hatte ich dann ein Vorstellungsgespräch in einem anderen Textilladen. Dieses Gespräch stellte sich als Flop heraus. Sie wollten jemanden mit ein paar Jahren Berufserfahrung... hää... die Menschen dort wussten aber, dass ich gerade die Abschlussprüfung hinter mich gebracht habe. Etwas ratlos verliess ich dieses Geschäft und ging in einem Tea Room Kaffee trinken. In meinem Portemonnaie kramte ich ein Inserat hervor, das mir ein Tante geschickt hatte. Modesa, stand da drauf und dieses Geschäft suchte eine Verkäuferin für die Damenstoffabteilung. Ich bezahlte meinen Kaffee und fragte draussen jemanden, wo denn die Kramgasse sei. Mit der nötigen Info machte ich mich zu Fuss auf den Weg dorthin und stellte mich vor. Huch, sie suchten aber eine Filialleiterin für eben diese Abteilung. Was soll ich sagen, ich traute mir das zu und die Damen, die an diesem Nachmittag im Laden anwesend waren, offensichtlich auch. Kurz, ich bekam die Stelle und ich war mehr als happy.

Nach knapp zwei Jahren wollte ich mir aber doch einen anderen Berufswunsch erfüllen. Seit der 7. Klasse wollte ich unbedingt Polizistin werden. Also meldete ich mich für die Aufnahmeprüfung an. Lange Rede, kurzer Sinn... jawohl, diese Hürde habe ich genommen und habe fast 20 Jahre diesen Beruf bei der Kapo Bern ausgeübt. Zum Nähen blieb fast keine Zeit mehr. Mal ein Bademäntelchen zum Geburtstag eines Patenkindes oder eine Krabbeldecke. Mit der Geburt unseres Sohnes im Jahre 2009 habe ich meine Stelle als Polizistin gekündigt. Wir haben uns bewusst für ein "traditionelles Familienmodell" entschieden. Ohne Kita, ohne Teilzeitanstellung, ohne Stress... für uns stimmt es einfach so.

Irgendeinmal haben wir uns auch dagegen entschieden, die 1-Zimmerwohnung in unserem Haus zu vermieten. Da ich wieder mehr Zeit fand, kreativ tätig zu sein, wurde die Idee mit einem kleinen Geschäft geboren. Die nötigen Infos habe ich mir alle im weiten Netz des Internets beschafft. Da gibt es für alle Fragen eine Antwort. Welchen Namen soll den nun mein Geschäft tragen... ein Fantasiename kam für mich nicht in Frage. Durch einen Zufall konnte ich mir den Webseitennamen www.schneider.boutique sichern. Damit fiel der Startschuss.... Am 1. Juni 2015 eröffnete ich mein kleines Reich.


 
Hell und freundlich sollte meine Einrichtung sein. Während Wochen suchte ich Einrichtungsmöbel zusammen, gebrauchte und neue. Das Nähpult konnte ich in der Brockenstube ergattern und erfüllt noch heute seinen Dienst.
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Die alte Bernina 801 matic ist eine treue Freundin. Mir wurde bewusst, dass auch mit einem älteren gepflegten Maschinchen viele Nähprojekte möglich sind. Quasi "geradeaus" und "zickzack" muss sie können....
 


Meine wichtigsten Nähutensilien bewahre ich in dieser Güetzibüchse auf. Ein sehr praktisches Teil auch zum Mitnehmen. Und ja, ich war mal Geräteturnerin...
 
 
 
Mein Farbkonzept in rosa und weiss, hat sich fast bis zur Kaffeemaschine durchgezogen. Da die Farbe der Maschine auf den Geschmack der braunen Brühe keinen Einfluss hat, durfte es auch grau sein. Diese Ecke der Boutique ist auch bei Kindern sehr beliebt. In der Etagère befinden sich immer Schöggeli....
 
 
Im Frühling 2017 durfte ich mein Ostergeschenk von meinem lieben Mann in Empfang nehmen. Während Stunden "bastelte" er an meinem online-shop.
Die ganze Welt hat nun die Möglichkeit alle Produkte, die in meiner Boutique entstehen, anzusehen und auch zu bestellen.
 
Während der Anfangszeit meiner Boutique habe ich noch einzelne Märkte besucht. Aber irgendwie war da der Wurm drin.... da verbringe ich diese Zeit lieber mit meiner Familie oder nehme nur noch an einem Markt direkt in der Wohngemeinde teil. So hält sich der logistische Aufwand in Grenzen.
 
Gerne organisieren wir als Familie Events direkt bei uns zu Hause, in und um die Boutique. Bereits zum vierten Mal findet im November der "Adventszauber in der Boutique" statt. Hausgemachte Gulaschsuppe, ein geheiztes Zelt, weihnächtliches Ambiente und zauberhafte handmade Produkte in der Boutique, das ist der Adventszauber. Äusserts beliebt bei klein und gross.
 
Nähen, bohren, kleben - meine Passion für SIE
 
Ich würde es wieder tun. Mit Freude kreiere ich neue Taschen oder bin glücklich, wenn ich eine Idee in einem fertigen Produkt in den Händen halte. Ich bin mir bewusst, dass mir die Laufkundschaft gänzlich fehlt, da wir eben nicht im Zentrum wohnen. Aber ich bin überzeugt, dass ein kleines und feines Angebot im Detailhandel eine Chance hat. NEVER give UP...
 
Herzlichst, Barbara Schneider
 
 
 
 

 
 

Samstag, 30. Juni 2018

Unsere Küche / Renovation 2017

Im Spätsommer 2008 konnten wir unser Einfamilienhaus in Spiezwiler erwerben. Wir wussten schon damals, dass es unser Paradies sein wird und unsere Oase, weg von Hektik, aber doch nicht zu weit weg von ÖV, Schule und Einkaufsmöglichkeiten. Wie es bei einem "bestehenden" Haus so ist, macht man gewisse Abstriche, die aber für uns keine grosse Rolle spielten. Wir wussten, dass das Grundstück und die Wohnräume Potenzial bieten, aber eben step by step. So haben wir vor dem Einzug "nur" ein bisschen Kosmetik betrieben. Die Wände wurden alle neu gestrichen und im Obergeschoss, wo sich die Schlafräume und das Badezimmer befinden, liessen wir die Teppich durch einen Laminatbelag ersetzen.

Unsere Küche, mit ca. 20m2, ist bis heute unser Dreh- und Mittelpunkt. Hier wird käfelet, Zeitung gelesen, Hausaufgaben erledigt und gekocht. Doch der 80er Jahre Stil erschien uns dunkel und unfreundlich. Doch für eine nigelnagelneue Küche fehlte es uns schlichtweg am nötigen Geld. Die Kombination in Kirschbaumholz bot sich an, um selber Hand an zu legen. Wir planten die Renovation auf unsere Sommerferien 2017 hin. Obwohl wir wussten, dass es ein Krampf wird, sind wir mächtig stolz, das geschafft zu haben.


 
Mein Mann hat bereits Wochen vorher begonnen, alle Türen der Unter-und Oberschränke, die wir behalten wollten, abzuschleifen. Man beachte den hellen Fliesenboden. Das ganze Parterre ist damit bestückt. Jedes Brösmeli, jedes Haar, ob von uns oder einer Katze, sichtbar auf den ersten Blick. Schrecklich. Vor der Küchenrenovation haben wir uns für einen selbstklebenden Vinylboden, ca. 2mm dick, entschieden. Der lässt sich sehr gut selber verlegen und schneiden, und zwar direkt auf die vorhandenen Fliesen. Im Baumarkt wurde uns vor dem verlegen ein sog. Prymer empfohlen. Dieses Mittel wird vorgängig auf die Fläche aufgetragen. Ist aber gar nicht nötig, da der Leim auf den Vinylplatten super gut haftet und klebt. Nun haben wir im ganzen Parterre einen modernen Look.
 
 
Unsere Käfeli-, Hausaufgaben-, Lese- und Essecke. Die Eckbank haben wir schon länger und wurde von einem Schreiner angefertigt. Mein Wunsch damals war, die Bank muss in der "Luft hängen". Das Putzen und Saugen unter der Bank wird so zum Kinderspiel. Die Eckbank wurde perfekt nach unseren Wünschen und Bedürfnissen umgesetzt.
 
 
Der Tag X im Juli 17 kam und alles musste raus, was wir nicht mehr in der Küche haben wollten. Zum Teil mit roher Gewalt sind wir den Schränken zu Leibe gerückt. Unser Ziel punkto Stil war sowieso, keine Schränke mehr die bis zur Decke reichen. Die obersten Tablare waren für mich mit 162cm. sowieso unerreichbar ohne Böckli oder Stuhl. Die SUVA lässt grüssen... :-)
Für die rechte Seite, wo vorher der Backofen eingebaut war, haben wir uns zwei neue Schränke in einem bekannten Einrichtungshaus (gelbe Schrift auf blauem Grund) besorgt.
 


 
Alle Türen habe ich mit Acrylfarbe, Buntlack 2in1, gestrichen. Das vorherige Abschleifen hat sich aus meiner Sicht gelohnt. Das Resultat war genau so wie ich es mir vorgestellt habe. Zwei Anstriche haben genügt. In Gedanken versunken, schön am Schatten, habe ich gepinselt...
 
 
 
Montage Dampfabzug
Da sind wir an unsere Grenzen gelangt. Mit 35kg nicht gerade ein Leichtgewicht. Für unsere Küche, da der Herd in der Ecke, kam nur ein Abzug Deckenmontage in Frage. Wir wissen jetzt auch, warum in der Anleitung empfohlen wird, diesen mit 3-4 Personen zu montieren. Doch wir haben es schliesslich irgendwann geschafft, dieses schwere Teil zu zweit an die Decke zu bringen. Und ja, der Abzug hält...
 
 
Unser Sohn, der während der Renovationszeit doch etwas zu kurz kam, hat fleissig mitgeholfen. Das Abschleifen des Küchentisches war genau sein Ding.
 
 
Taaraaa... das ist nun unsere Küche in einem Mix aus Landhaus- und Shabby chic Stil. Der freistehende gelbe Kühl-/Gefrierschrank ist für uns das Highlight. Bezüglich des Farbkonzeptes waren wir uns schnell einig. Alles ist viel heller und leichter und man hält sich noch viel lieber in der Küche auf. Die Griffe an den Schubladen und Türen haben wir durch Möbelknöpfe ersetzt. Die bewähren sich und sehen erst noch dekorativ aus.
Die Arbeitsfläche wurde geschliffen und anschliessend geölt.


 
Die Eckbank erhielt auch noch einen Anstrich in weiss. Der alte Küchentisch wurde geölt. Die tolle Uhr mit dem integrierten Licht haben wir bei eBay gefunden. Während den düsteren Monaten reicht diese Lichtquelle aus, um am Morgen noch schlaftrunken die Kaffeemaschine zu bedienen.
 
 
Fazit: wir sind immer noch sehr glücklich mit unserem Resultat, dass sich, wie wir finden, sehen lässt.
 
In einem nächsten Blog werde ich euch berichten, wie ich zu meiner schneider.boutique kam.
 
Geniesst das sommerliche Wetter und bis bald. Herzlichst, Barbara Schneider
 
 

 
 
 
 

Mittwoch, 27. Juni 2018

Neues aus der Boutique

Herzlich willkommen


Seit dem 01.06.2015 betreibe ich mit viel Herzblut meine www.schneider.boutique mit handmade Produkten. Kurz gefasst: nähen, bohren, kleben - meine Passion für SIE

In unserem Wohnhaus in Spiezwiler, in einer separaten 1- Zimmerwohnung, hoch über dem Thunersee idyllisch in der Landwirtschaftszone gelegen, habe ich mein Reich und Arbeitsplatz eingerichtet. An der Nähmaschine werden Taschen und Täschli kreiert und genäht, mit der Bohrmaschine entstehen tolle Etagèren mit ausgewähltem zauberhaftem Geschirr oder mit der Serviettentechnik (kleben) werden einfache Sirupflaschen zu tollen Lichtflaschen für Kinderzimmer oder den Wohnbereich. Meine Ideen für mein Sortiment sind noch nicht ausgeschöpft.

Gerne verrate ich in meinem Blog ab und zu Tipps und Tricks rund um meine Ideen.

Gartenimpressionen oder amüsantes von unserer Familie inkl. 3 Katzen werden in meinem Blog Platz finden.

Ich freue mich auf viele interessierte Mitleser. Herzlichst, Barbara Schneider